Ich habe neulich einem Archehof einen Besuch abgestattet und von dort befruchtete Eier von alten Rassehühnern mitgebracht. Die Eier sind dann sofort in unseren Brüter gewandert, wo sie noch gute 10 Tage brauchten, um voll entwickelt zu sein und dann soll es wieder heißen: “Nachwuchs auf Daniels kleiner Farm!”.

Die Besitzerin des Archehof habe ich einmal auf den Manufactum Herbsttagen kennengelernt und angesprochen. Sie war dort mit den Produkten Ihres Bio-Hofes vertreten und hatte auch ein paar ihrer Rassehühner zur Anschauung mitgebracht. Ich war sehr begeistert von der Erscheinung der Vorwerk-Hühner, einer alten deutschen Nutztierrasse. Ich stellte dann die Frage, ob es möglich wäre, im Frühjahr einige befruchtete Eier zur eigenen Brütung zu bekommen. So kam es zu unserer Verabredung.

Was gibt`s über Vorwerkhühner zu wissen?

VorwerkhuhnDas Vorwerkhuhn ist eine Haushuhnrasse, die ab 1900 in Hamburg durch Oskar Vorwerk erzüchtet wurde. 1912 wurde die Rasse erstmals öffentlich zur Junggeflügelschau in Hannover vorgestellt. Das Vorwerkhuhn ist in ganz Europa verbreitet und bietet neben einer guten Legeleistung noch einen guten Schlachtkörper. Es ist also ein Zweinutzungshuhn. Vorwerkhühner haben einen kräftigen Körperbau in gedrungener, abgerundeter Landhuhnform. Die Läufe sind schieferblau und nicht zu kräftig. Auf dem Kopf haben die Tiere einen Einfachkamm. Diese Rasse stellt keine besonderen Haltungsanforderungen und zeichnet sich durch ein ruhiges und zutrauliches Wesen aus.

 

Ich machte mich also morgens auf den Weg zum Archehof. Dort ging es relativ schnell, daß die eierigen Gesellen in meine Kühltasche wanderten, die ich kurzerhand mit Flaschen warmen Wassers in eine Wärmetasche umfunktionierte :-) Zwar wußte ich, daß auch in der Natur es durchaus vorkommt, daß die Glucke sich innerhalb der 21 Tage Brutzeit bis zu einer Stunde von den Eiern herunterbewegt, aber man kann ja nicht vorsichtig genug sein und so wollte ich meine wertvolle Fracht nicht gefährden. Zuhause angekommen habe ich sie direkt in den vorgewärmten Brutkasten gebracht und die Restbrütdauer eingestellt. Ab da hieß es warten!

Am vergangenen Wochenende hätten sie dann eigentlich schlüpfen sollen, die 21 Tage waren um. Doch nichts passierte! Zwar war eine Schale von innen aufgepickt, aber drinnen rührte sich nicht wirklich etwas. Ich war schon voller Sorge, daß mein Eiertransport wohl schief gelaufen ist…

Doch heute Morgen war es dann soweit, die ersten zwei fiependen Kandidaten warteten schon auf mich, vom Gebläse des Brutkastens schon schön trockengefönt. Ich brachte die beiden dann direkt in ihr Körbchen für die ersten Tage, Heizlampe drüber, fertig. Am Nachmittag dann, als ich von der Arbeit kam, warteten 4 weitere, teilweise noch feuchte Küken, die ich dann sofort zu ihren gefönten Kollegen brachte. Dort sind sie nun und sollen sich erst Mal von der Ackerei erholen.

PS: Ich hab noch schnell ein kleines Video gemacht und es hochgeladen, da sieht man schön die beiden Gefönten im Vergleich zu den Nachzüglern :-)

 

Und hier noch ein paar Links für Interessierte am Vorwerkhuhn: