“Eine Henne namens Mike? Und die hat nur ein Auge? Wäre da Jack Sparrow nicht viel naheliegender, wenn Frauennamen offensichtlich sowieso nicht in Frage kommen?”
Nun ja, zugegeben ist der Name etwas gewöhnungsbedürftig für ein Huhn, aber ich konnte in diesem Fall nicht anders. Ich hoffe, Mike sieht es mir nach. Ich habe ihr nämlich den Vornamen des Tierarztes gegeben, dem ich unsere neueste Farmbewohnerin zu verdanken habe. Eben dieser hatte die Henne als verletzten Findling in seiner Praxis und stand vor der Frage: “Was huhn tun mit dem Tier? Das Auge ist nicht mehr zu retten und einen Besitzer gibt es wohl auch nicht… Soll man so ein Huhn erlösen oder besser das Nötige tun, um ihm einen schönen Lebensabend zu ermöglichen?” Der Tierarzt hat sich für Zweiteres entschieden und das verletzte Auge endgültig entfernt. Da ja sogar blinde Hühner sprichwörtlich ihre Körner finden, dürfte die Nahrungsversorgung für ein Einäugiges doch gesichert sein.

Und was den Lebensabend angeht, dafür bin ich wohl jetzt zuständig. Denn Mike – der Tierarzt, nicht das Huhn – hat direkt an seinen Freund Daniel gedacht und war sicher, daß da noch ein Plätzchen auf der Stange im Stall frei sein muss. Das war es tatsächlich und wenige Tage später durfte Mike – das Huhn, nicht der Tierarzt – die Tierklinik in Frechen verlassen und wurde zu uns gebracht. Und hier geht es ihr wirklich blendend und sie ist voll in die Gruppe integriert. Die Wunde ist verheilt und sie legt sogar schon wieder Eier. Und falls ich Mike mal einfangen muss, freue ich mich über einen großen “toten Winkel”, aus dem ich mich nähern werde, hrch hrch!