Ganz kurz vorweg: Eigentlich wollte ich meinen Hühnern keine Namen geben. Ich hielt es immer für ein klein bißchen verschroben, Nutztieren Namen zu geben. Nachdem ich aber vor Kurzem die Idee hatte, den Küken quasi per Leser-Taufe im Blog einen Namen zu geben, find‘ ich es heute gar nicht mehr so schlimm.

Somit möchte ich euch heute von MachoMan erzählen, dem bislang einzigen Hahn im Korb.

Wenn wir früh am Morgen den Hühnerstall öffnen, damit die Tierchen von ihrem Nachtlager in ihr Freigehege können, ist MachoMän immer einer der Ersten. Das Erste, was er dann regelmäßig macht: Er knöpft sich erstmal ein Huhn vor, übrigens mit Vorliebe den kleinen Antwerpener Bartzwerg. Mir entweicht zuweilen ein mitleidiges „Uff“ wenn ich beobachte, wie sich dieser 3 Kilo Hahn über die taubengroße Bartzwerg-Henne stülpt. Gott sei Dank dauert der Akt bei Hühnern nicht länger als 5 Sekunden. Die Henne schüttelt sich danach einmal, um sich wieder auszubeulen und geht sogleich zum Tagesgeschäft über, Picken und Scharren. Aber auch den anderen Damen im Gehege ist MachoMän nicht abgeneigt, sodaß ich mir um die Bartzwerg-Henne nicht ernsthaft Sorgen mache.

Er ist ein guter Beschützer. Und ein echter Pascha.

Im Moment besteht sein Harem aus 7 Hennen, die er bisher vor allen Gefahren des täglichen Hühnerlebens beschützt. Man muss dazu sagen, daß wir, da wir relativ nah am Wald wohnen, sehr häufig mit Raubvogelangriffen zu kämpfen haben und obwohl der komplette Außenbereich mit Netzen gen Himmel abgeschirmt ist, sind Habicht, Bussard und Falken viel zu oft erfolgreich. Und auch der Fuchs war schon da und hat sich ordentlich zu Schaffen gemacht.

Allerdings gibt es Verluste auf beiden Seiten: Ich kann zwar nur spekulieren über das, was in dieser einen Nacht passiert ist, aber als ich eines Morgens durch überlautes Hühnergetöse wach wurde und mich schlaftrunken in Richtung Stall begab, bot sich mir folgendes Bild:
Alle Hühner waren unter dem Stall versammelt, MachoMän stand alarmgackernd inmitten des Geheges. Ich wunderte mich zunächst über die Situation, bis ich in der gegenüberliegenden Ecke des Geheges ein weiteres Gefieder entdeckte. Da lag ein Bussard, auf dem Bauch, Blut lief aus seinem Schnabel und er lag offensichtlich in seinen letzten Atemzügen. Wenige Augenblicke darauf starb er.
Was war passiert? Hatte MachoMän tatsächlich mit dem Raubvogel gekämpft und ihm richtig Eine verpaßt oder war der Vogel an einem Herzinfarkt gestorben, weil er wohl irgendwie in das Gehege gekommen ist, dann aber keinen Ausweg mehr gefunden hat? War es vielleicht beides? Man weiß es einfach nicht.

Jedoch eins steht fest: MachoMän macht seinen Job. Und das er durchaus wehrhaft ist, hat er glaub ich eindrucksvoll bewiesen. Ich habe die Bilder nochmal für euch rausgesucht: