In meiner kleinen Beitragsreihe „Basiswissen für Alpakainteressierte“, die ich letzte Woche mit diesem Beitrag hier begonnen habe, geht es heute um das Thema „Weide und Stall“. Wie groß muß eine Weide für die Alpakas mindestens sein, welche Art Zaun eignet sich am Besten und wie sollte der Stall für die Tiere optimal aufgebaut sein? Antworten auf diese und andere Fragen habe ich in diesem Beitrag zusammengetragen.

Den Traum von der eigenen kleinen Alpakaherde in die Realität umzusetzen, erfordert vor Allem, sich im Vorfeld Gedanken zur Haltung zu machen und sich Basiswissen für die artgerechte Haltung anzueignen. Zwar gilt die Haltung von Alpakas und auch Lamas im Allgemeinen als unkompliziert, ganz unwissend und ohne Vorbereitung wird aber nicht empfohlen, sich die Tiere auf die Wiese zu stellen.

Alpakas leben in Herden.

Alpakaherde

Zunächst ist wichtig zu wissen, daß Alpakas und auch Lamas gesellige Tiere sind und niemals alleine gehalten werden dürfen. So gesellig, daß man sich um die Gruppenzusammenstellung keine Gedanken machen muß, sind sie aber dann doch nicht. Deshalb bilden jeweils mindestens zwei Hengste oder zwei Stuten zusammen eine Gruppe. Es können auch Wallache mitgehalten werden. Von einer Haltung von Hengsten und Stuten zusammen ist eher abzuraten, außer man führt sie gezielt zum Decken zusammen. Diese sollten allerdings spätestens zur Abfohlzeit getrennt werden, damit der Hengst die Stuten nicht unnötig bedrängt.

Mein persönliches Fazit:
Bloß nicht mit einem Päärchen anfangen, wie ursprünglich gedacht :-)

 

Die Weidefläche: mini- und optimal.

Weide für Lamas und AlpakasDie Weidefläche sollte  für die ersten zwei Alpakas mindestens 1000 qm groß sein und für jedes weitere Tier 100 qm zusätzlich bieten. Damit erfüllt man die gesetzlichen Mindestanforderungen für die Weidefläche. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass die Fläche als Weide für das ganze Jahr nicht ausreicht. Hierzu wäre eine Fläche von 600- 800 qm pro Tier notwendig. Man muß also, wenn man nur die Mindestfläche bereitstellen kann, ordentlich Heu dazufüttern, um übers Jahr zu kommen.

Alpakas sind als landwirtschaftliche Nutztiere anerkannt. Bei Nutztieren rechnet man in

Großvieheinheiten. Ein Alpaka ist derzeit mit 0,08 Großvieheinheiten angegeben, demnach können 12 Alpakas auf 1 ha gehalten werden, damit sie das Jahr über genug Grünfutter zu sich nehmen können. Die Großvieeinheit gibt aber auch Aufschluß über den Futterbedarf eines Tieres: Ein Alpaka hat demnach nicht mal ein Zehntel des Bedarfs einer Milchkuh. Was nicht zuletzt auf die Relation Körpergröße und Gewicht zurückzuführen ist, aber auch unterstreicht, daß Alpakas nicht umsonst als optimale Futterverwerter gelten.

Notiz an mich:
Da ich gerne mit 4 Tieren anfangen möchte, brauche ich also mindestens 1200 qm Weidefläche, muß dann aber dazufüttern. Ideal wären allerdings 4 x 800 qm = 3200 qm.

 

Der Zaun: Durchschlupfsicher muß er sein.

Lama am ZaunDie Weideflächen können mit verschiedenem Zaunmaterial eingezäunt werden. Man kann Drahtgeflecht, Maschendrahtzaun oder Elektrozaun verwenden. Zu beachten ist hierbei, dass der Zaun mindestens 1 m bis 1,30 m hoch ist, damit ihn die Tiere nicht überwinden können. Ein unten Durchschlüpfen muss ebenfalls verhindert werden, in dem der Zaun tief genug angebracht ist. Bei Elektroeinzäunung sollte gewährleistet sein, dass ihn die Tiere respektieren. Die Strippen sollten deshalb in entsprechend nicht zu weiten Abständen angeordnet sein.

Notiz an mich:
Ich werde mich wohl um eine Einzäunung mit Drahtgeflecht kümmern. Nicht zuletzt deshalb, da er sich optisch am meisten zurücknimmt und obendrein noch eine günstige Lösung darstellt.

 

Der Stall: offen aber zugfrei.

© www.alpakahof-schwenke.de

Eine reine Stallhaltung ist nicht erlaubt. Alpakas brauchen Bewegung, deshalb muss regelmäßiger Weidegang unbedingt gewährleistet sein. Es wird eine Offenstallhaltung empfohlen, so dass die Tiere selbst wählen können, ob sie sich im Stall oder im Freien aufhalten wollen. Man rechnet mit einer Stallfläche von ca. 2 qm pro Tier und einer Mindesthöhe von 2 m. Damit sich das Alpaka im Stall auch wohl fühlt, benötigt es genügend Platz und Raum, um im Stall auch fressen, liegen und aufrecht stehen zu können. Darüberhinaus wird von Züchtern empfohlen, den Stall nicht zu eng zu planen, da die Tiere nicht gerne dicht an dicht liegen. Auch Kopffreiheit sei wichtig, da die Stallhöhe auch das Stallklima positiv beeinflusst und zudem eventuell Beleuchtungen und Entlüftungsmöglichkeiten bieten muss.

Man sollte innerhalb des Stalls auch die Möglichkeit haben, kranke oder schwangere Tiere von den Anderen abtrennen zu können, damit sie ihre benötigte Ruhe bekommen.

Notiz an mich:
Der Stall gehört sorgfältig geplant. Neben der richtigen Bauweise sollte ich Dinge wie Strom, Wasser, Be- und Entlüftung sowie die Abtrennmöglichkeiten berücksichtigen.

So meine Lieben, das war mein kleines Alpaka-Thema für diese Woche, nächste Woche sehen wir uns wieder mit einem weiteren Beitrag mit Basiswissen für Alpakainteressierte: Haltung und Pflege.

Noch ein Wort zu den Inhalten dieses Beitrages mit Quellennachweis:
Soweit nicht anders angegeben, sind alle Bilder auf meinen Seiten von mir. Ihre Verwendung jeglicher Art bedarf meiner Zustimmung und Erwähnung.
Dieser Beiträg enthält selbstgeschriebene, verwertete und übernommene Inhalte aus einem Artikel von Mike Herrling, veröffentlicht am 26. Oktober 2005 auf www.alpaka.info, der Seite des Alpaka Zucht Verbands Deutschland e.V.