Daß Alpakas Lieferanten eines der hochwertigsten Wollvliese der Welt sind, ist euch als Leser meines Blogs ja bereits bekannt. Daß Alpakas darüberhinaus in der tiergestützten Therapie ähnlich effizient eingesetzt werden können wie Delfine ist auch keine Neuigkeit mehr. Was da aber am Max-Planck-Institut in Göttingen durch die Alpakas ermöglicht wird, hat mich ehrlich gesagt ganz schön verblüfft.

Für die Forscher sind die Tiere deshalb so interessant, weil sie – übrigens wie andere Kamelarten auch – eine unter Säugetieren einzigartige Besonderheit aufweisen: Sie produzieren nicht nur „normale“ Antikörper, sondern auch eine spezielle Variante ebendieser. Ohne mich in den wissenschaftlichen Details verlieren zu wollen, werden verkleinerte Exemplare dieser Antikörper, sogenannte Nanobodies, eingefärbt und machen es so leichter, eingesetzt in Zellen bestimmte Eiweiße zu lokalisieren. Dies wiederum gebe Aufschluß darüber, wie Transportprozesse in der Zelle ablaufen und wie Zellen Kernporen und ihren Kern bilden.

Als ich begann, den Artikel zu lesen, mußte ich unweigerlich an Tierversuche denken. Jedoch muß man sich in diesem Falle wohl eher keine Sorgen machen. Denn außer regelmäßigen Blutspenden wird den Tieren nichts weiter abverlangt. Übrigens wohnen die sechs Damen Olga, Rita, Erna, Ramona, Doris und deren kürzlich geborene Tochter Klara auf einer 7000 Quadratmeter großen Weide, was sehr großzügig angelegt ist. Mindestfläche für 6 Alpakas sind ca. 1400 Quadratmeter und empfohlen sind 800 Quadratmeter pro Tier.Und natürlich sind die Tiere mittlerwerweile zur Besucherattraktion geworden. An Gesellschaft mangelt es Ihnen also auch nicht.

Auf jeden Fall bestätigt dieser Artikel einmal mehr: Das Alpaka ist das Schweizer Messer unter den Nutztieren :-) – Foto: Niemann/pid