Alpaka FAQ – Das kleine Alpaka-Lexikon2018-11-29T08:59:44+02:00
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Alpaka FAQ – Das kleine Alpaka-Lexikon

Auf Alpakas zu treffen ist in Deutschland und Europa noch nicht alltäglich. Deswegen ist es kein Wunder, wenn ihr tausend Fragen zu Alpakas und Neuweltkameliden allgemein habt. Auf meinen Wanderungen beantworte ich sie immer gerne ausführlich. Als kleine Vorabinfo oder auch, um später nochmal nachschlagen zu können, habe ich euch hier die am häufigsten gestellten Fragen einmal zusammengestellt.

Kann ich als Begleitperson dabei sein?2018-11-27T12:20:40+02:00

Kann ich als Begleitperson dabei sein? Kommen dann weitere Kosten auf mich zu?

Marius

Hallo Marius,
Begleitpersonen sind bei uns nach wie vor kostenlos mit dabei und müssen bei der Reservierung auch nicht weiter angegeben werden. Ein kleiner Hinweis im Bemerkungsfeld der Reservierung hilft uns natürlich trotzdem. Da wir aber finden, dass auch die Rolle der Begleitperson eine wertvolle und interessante Erfahrung ist, freuen wir uns, wenn ihr uns nach der Tour eine kleine Futterspende nach eigenem Ermessen hinterlaßt. Wünschenswert ist auch, wenn die Anzahl der Begleitpersonen die Anzahl der Teilnehmer nicht drastisch (!) übersteigt (Bitte nicht lachen, alles schon dagewesen :-) )

Daniel, Daniels kleine Farm
Ist die Alpaka Trekking Tour für Kinderwagen geeignet?2018-11-27T12:04:58+02:00

Können bei der Tour auch Kinder im Kinderwagen mitgebracht werden? Eignet sich das Terrain dafür?

Christian

Hallo Christian,
der Großteil unserer Route ist bedingungslos Kinderwagengeeignet. Die Stellen, an denen es etwas erschwert sein könnte, umschiffen wir gekonnt, sodass ich deine Frage mit einem klaren “Ja” beantworten kann. Einzig einen Kinderwagen schieben UND gleichzeitig ein Alpaka führen dürfte schwierig werden, da hilft aber ein zusätzlicher Chauffeur :-)

Daniel, Daniels kleine Farm
Starker Alpaka Uringeruch belästigt Anwohner, was tun?2018-11-11T10:14:40+02:00

Wir haben 8 Alpakas im Wohngebiet auf 2500 qm. Einige Nachbarn beschweren sich wegen Uringeruch. Was kann ich dagegen machen?

Ulrich, Hobby-Alpaka-Halter

Hallo Ulrich,
vielen Dank für deine Frage. Gerne beantworte ich sie dir:
Du bist nicht allein mit deinem Problem, viele Hobby-Halter haben früher oder später damit zu kämpfen. Auch ich habe bzw. hatte zwischendurch ähnliche Schwierigkeiten. Mit ein paar Maßnahmen lies es sich aber deutlich mindern, sodaß der penetrante Uringeruch eher gar nicht mehr wahrzunehmen ist:

1. Haben deine Tiere direkt im Stall eine Toilette eröffnet? Wie ist da der Boden beschaffen?
Ich hatte am Anfang nur ein Weidezelt und der Mutterboden des Zeltes hat sich nach und nach zienlich mit Urin vollgesogen, eine ziemliche Geruchsquelle. Nachdem wir das Innere des Stalls gepflastert hatten lies sich das Ganze deutlich besser (mit Wasserschlauch) reinigen.

2. Wie oft wird gereinigt? Bei uns werden täglich alle Toiletten abgeräumt, da die Tiere ja auf ihre Haufen auch pinkeln ist der Kot oft voll mit Urin, der durch das tägliche Abräumen dann auch entfernt wird

3. Wo wird der Mist abgelagert? Und wie? Offen oder abgedeckt?
Je weiter weg von den Anwohnern, umso besser, ich habe zum Beispiel am Anfang einen IBC Container verwendet, der wurde oben aufgeschnitten rundum, sodaß man oben einfüllen konnte und dann den Deckel draufgemacht, so gut wie keine Geruchsentwicklung

4. Stroh-Pellets sind deutlich saugfähiger als Stroh, zu Verwenden wie Katzenstreu und kann ebenfalls abgeräumt werden. Hilft vor allen Dingen bei Stall-Toiletten

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesen Tips ein wenig helfen.

Daniel, Daniels kleine Farm
Vikunja, Guanako, Lama, Suri und Huacaya – Alles klar?2018-11-11T10:38:35+02:00

Wenn du dich mit Alpakas beschäftigst, begegnen dir früher oder später eine Vielzahl von anderen Tiergattungen und Unterarten, die irgendwie mit dem Alpaka zu tun haben. Schnell entsteht dabei aber auch Verwirrung, was nun zu wem gehört. Räumen wir also mal damit auf:

Vikunja

Vikunja

Seit einer DNA-Untersuchung aus dem Jahre 2001 steht fest: Die Wildform und damit der Vorfahre des Alpakas ist das Vikunja. Deswegen ist der Wissenschaftliche Name des Alpakas seitdem nicht wie zuvor Lama Pacos sondern Vikunja Pacos. Vikunjas leben heute noch wild in den Weiten der Anden in Höhen zwischen 3500 und 5500 Metern und sind deutlich seltener als Alpakas. Seine Kopfrumpflänge beträgt 150 Zentimeter, die Schulterhöhe 100 Zentimeter, das Gewicht 50 Kilogramm. Es ist oberseits hellbraun und unterseits weißlich. Eine anatomische Besonderheit sind die unteren Schneidezähne, die wie bei Nagetieren ständig nachwachsen. Das Fell ist wesentlich feiner als das verwandter Arten und so dicht, dass es wie eine Isolierschicht gegen die Kälte wirkt. Wie das Guanako lebt das Vikunja in territorialen Familienverbänden, die von je einem Männchen geführt werden. Daneben gibt es Junggesellentrupps (Männchen, die wegen ihres jungen Alters noch kein Territorium verteidigen können) und solitäre alte Männchen (die durch jüngere Männchen von ihren Verbänden vertrieben wurden).

Guanako

Guanakos

Das Guanako (Lama guanicoe) ist ebenfalls eine wildlebende Art und wird nach neuesten Erkenntnissen als der Vorfahr und die Wildart des Lamas angesehen. Es lebt vor allem im westlichen und südlichen Südamerika. Guanakos erreichen eine Kopfrumpflänge von 120 bis 220 Zentimetern, eine Schulterhöhe von 120 Zentimetern und ein Gewicht von 100 bis 120 Kilogramm. Das Fell ist wollig und dicht; seine Farbe ist oberseits hellbraun und unterseits weiß, das Gesicht ist oft schwarz gefärbt. Wie alle Kamele sind sie durch relativ langgestreckte, schlanke Beine, einen langen, dünnen Hals und einen kleinen Kopf charakterisiert.

Lama

LamaDas Lama (Lama glama) ist eine Art der Kamele und gehört zusammen mit dem Alpaka zu den Neuweltkameliden. Das Lama stammt eindeutig vom Guanako ab. Lamas erreichen eine Schulterhöhe von 110 bis 130 cm, manchmal sogar auch bis 140 cm und ein Gewicht von 120 bis 150 kg. Im Gegensatz zu den Altweltkamelen (Dromedar und Trampeltier) haben Lamas (und auch Alpakas) keinen Höcker. Wie bei den meisten Haustieren ist auch beim Lama die Farbe sehr variabel. Es gibt einfarbig weiße, braune und schwarze Lamas sowie solche, die in diesen Farben gefleckt oder sonstwie gemustert sind. Auch gepunktete Lamas kommen vor. Wie Altweltkamele haben Lamas an den Füßen Sohlenpolster (Tylopoden), und ihre Oberlippe ist gespalten und sehr beweglich.

Huacaya und Suri Alpakas

vergleichEs gibt zwei Alpakatypen, das Huacaya (links im Bild) und das Suri. Sie unterscheiden sich in der Struktur ihrer Faser: Das Huacaya-Alpaka hat eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser und einige Grannenhaare (Deckhaare), die möglichst fein sein sollten. Das Suri-Alpaka hingegen hat keine Kräuselung in der Faser, das Haar bildet gelockte, gerade Strähnen, die am Tier herabhängen. Dadurch wirken Suris oft schmaler als Huacayas. Übrigens: All meine Alpakas sind? Richtig: Huacayas.

Der Inhalt dieser Seite ist teilweise entnommen aus wikipedia.de.

Spucken Alpakas eigentlich?2018-11-11T10:38:48+02:00

Lamas spucken, Alpakas spucken auch. Dies tun sie vornehmlich untereinander um sich gegenseitig Bescheid zu stoßen. Nähert sich zum Beispiel ein Alpaka zu forsch dem Futter eines Anderen, kann es schonmal sein, daß die “Fetzen” fliegen. Ganz selten jedoch richtet sich dieses Verhalten gegen Menschen. Und wenn, dann schaffen eine Dusche und neue Kleidung für Abhilfe.

Das Spucken gehört zu den wenigen “Waffen”, die die Natur den wolligen Wundern mitgegeben hat. Und ja, mich hat es auch schonmal erwischt :-)

Werden Alpakas als Fleischlieferant genutzt?2018-11-11T10:38:58+02:00

Vor fast 5000 Jahren, als die Inkas begannen, Alpakas zu züchten, war für sie besonders die Wolle und das Fleisch interessant. In Südamerika ist das auch heute noch so. Dort steht wie selbstverständlich Alpaka-Fleisch auf den Speisekarten vieler Restaurants. Hierzulande spielt das Alpaka als Fleischlieferant keine Rolle. In Europa gibt es meiner Meinung nach zwei gute Gründe, die gegen den Verzehr von Alpaka-Fleisch sprechen: Einerseits gibt es eine ethische Hürde, das Fleisch der Alpakas zu essen, dies liegt wahrscheinlich an ihrem hohen Knuddelfaktor, wir essen ja schließlich auch keine Hunde und Katzen, obwohl das in anderen Kulturen durchaus zur Normalität gehört. Aber wenn selbst diese moralische Hürde nicht bestünde, wäre ein Kilo Alpaka-Fleisch in Deutschland ungefähr so teuer wie ein Kilo Kobe-Rind. Dabei hätte aber leider (oder vielmehr zum Glück) das Alpaka-Fleisch nicht die Güte und den Geschmack. Zwar gilt das Fleisch als sehr fettarm und proteinreich, ein besonderer Genuss ist es allerdings nicht. Es ist dahingehend vergleichbar mit Schweinefleisch.

Und Achtung, jetzt wird es landwirtschaftlich: Das Alpaka erfüllt auch keines der Hierzulande gültigen Kriterien für erfolgreichen Einsatz in der industriellen Fleischproduktion, Fettansatz und Reproduktionszyklen wären hier zu nennen.

Was braucht man für die artgerechte Haltung von Alpakas?2018-11-11T10:39:07+02:00

Zunächst einmal brauchen Alpakas viel Auslauf. Der deutsche Tierschutz schreibt für die ersten beiden Tiere mindestens 1000qm Weidefläche vor, jedes weitere Tier benötigt 100qm. Dies gilt aber als das absolute Minimum. Ideal ist, wenn man ungefähr 800qm pro Tier rechnet. Das wären dann ca. 4000qm.
Da Alpakas ziemlich wetterfest sind, können Sie ganzjährig im Freien gehalten werden und benötigen lediglich einen zugfreien Unterstand, zum Beispiel einen zu drei Seiten geschlossenen Offenstall. In diesem Stall sollten jedem Tier mindestens 2-3 qm zur Verfügung stehen. Alpakas liegen nämlich nicht gerne dicht gedrängt sondern immer etwas versetzt.

Sind Alpakas mit Lamas und Kamelen verwandt?2018-11-11T10:39:17+02:00

Ja, sind sie. Alpakas bilden zusammen mit Lamas, Guanakos und Vikunjas die Tiergattung der Neuweltkameliden. Neuweltkameliden deshalb, da schon seit der Entdeckung durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 der Kontinent Amerika als “neue Welt” bezeichnet wird. Dementsprechend gibt es auch die Altweltkameliden wie Trampeltiere und Dromedare, die in der “alten” Welt Afrika beheimatet sind. Es gibt viele Gemeinsamkeiten unter den Kameliden, zum Beispiel dass sie keine Hufe haben sondern Schwielensohler sind und dass sie anstatt eines Oberkiefers eine Kauplatte haben. Aufgrund der unterschiedlichen Heimat allerdings gibt es auch einige Unterschiede. So sind die Neuweltkameliden deutlich besser ausgerüstet, um in kalter Witterung zu überleben während die Altweltkameliden sehr gut in dem heißen Klima Afrikas leben können.

Wo kommen Alpakas eigentlich her?2018-11-11T10:39:25+02:00

Alpakas sind in Südamerika beheimatet, dort zählen sie seit rund 5000 Jahren zu den sogenannten domestizierten Haustieren. Aus der auch heute noch existierenden Wildform Vikunja wurden Sie von den Inkas gezüchtet, um als Woll- und Fleischlieferanten genutzt werden zu können.

Was frißt ein Alpaka?2018-11-11T10:39:33+02:00

Alpakas ernähren sich hauptsächlich durch Heu und das Gras einer möglichst unfetten Wiese. Für die Verdauung wird Heu als sogenanntes Rauhfutter dringend benötigt.

Zusätzlich kann man noch Kraftfutter füttern. Gerade im Winter ist es den Tieren sehr willkommen, da die Wiesenflächen dann nicht soviel hergeben. Wirklich elementar wichtig ist das Kraftfutter allerdings vor allem bei schwangeren Tieren oder Tieren, die einen erhöhten Energiebedarf haben, da sie zum Beispiel Lasten tragen oder sehr viel unterwegs sind. Die Menge an Kraftfutter sollte man als Halter aber immer im Auge behalten, da die Tiere auch leicht zu dick werden und man Ihnen damit keinen Gefallen tut.

Ich selbst sehe das Kraftfutter als eine Form von nahrhafter Schokolade und gehe eher sparsam damit um.

Eine eigene Frage stellen

Falls ihr eine Frage zu Alpakas habt, die ich noch nicht hier beantwortet habe, könnt ihr sie mir einfach stellen und ich nehme sie in die FAQ auf.